gynäkologie

Ästhetische Gynäkologie

Die ästhetische Gynäkologie ist ein relativ neuer Bereich auf dem Fachgebiet der Geburtshilfe und Gynäkologie, der in Bulgarien in den letzten Jahren an Bekanntheit gewonnen hat. Die ästhetische Gynäkologie wird bei Frauen in verschiedenen Lebensabschnitten angewandt – vom reproduktiven Alter über die Zeit nach der Geburt bis hin zur Postmenopause – und steht im Zusammenhang mit der Durchführung von minimal invasiven oder nicht invasiven Eingriffen im Intimbereich zur Korrektur seiner Anatomie, zur Behandlung von vulvo-vaginalen Atrophie und Hyperpigmentierungen der Haut.

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Verfahren mit Hyaluronsäure

In der Gynäkologie wird hauptsächlich organische, stabilisierte und vollständig resorbierbare Hyaluronsäure verwendet, die auf die anatomische Struktur des Gewebes im Intimbereich abgestimmt ist. Die Verfahren sind kurz und die Ergebnisse liegen sofort vor.

Über die Hyaluronsäure

Hyaluronsäure ist ein Glykosaminoglycan, das am Aufbau vieler Gewebe und Organe im menschlichen Körper beteiligt ist. Es hat die Fähigkeit, das 1000-fache seines Molekulargewichts an Wasser zu binden und sorgt somit für die Hydratisierung und das gute Aussehen von Haut und Schleimhäuten, indem es die Fibroblasten und die Kollagenogenese stimuliert.

In der Medizin findet Hyaluronsäure Anwendung in der Dermatologie, der Augenheilkunde, der Orthopädie und seit kurzem auch in der ästhetischen Gynäkologie.

Je nach Gewebe, in das die Hyaluronsäure injiziert wird, gibt es unterschiedliche Hyaluronsäureprodukte.

  • Scheidentrockenheit in den Wechseljahren – aufgrund von Hormonmangel. Mit zunehmendem Alter wird die Vaginalschleimhaut dünner, ihre Elastizität nimmt ab, sie wird leicht verletzbar. Diese Veränderungen führen zu gestörter Befeuchtung und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr;

 

  • Scheidentrockenheit nach der Entbindung – besonders ausgeprägt in der Stillzeit;

 

  • Scheidentrockenheit nach Chemo- und Strahlentherapie;

 

  • Zur Vergrößerung des Volumens der großen Schamlippen im Falle einer Hypotrophie und zur Verbesserung ihrer Hautbeschaffenheit;

 

  • Zur Korrektur von Episiotomie-Narben (Dammschnittnarben);

 

  • Zum Auffüllen von Hautvertiefungen im Genitalbereich nach chirurgischen Eingriffen;

 

  • Bei der Vaginalstraffung, um eine nicht-chirurgische Verengung der Scheide zu erreichen;

 

  • Bei mangelnder Befriedigung beim Geschlechtsverkehr und bei verminderter Libido (Libidoverlust) – zur „Vergrößerung“ des G-Punktes;

 

  • In einigen Fällen mit wiederkehrenden vaginalen Infektionen.

Jede Patientin mit den oben beschriebenen Beschwerden kann sich nach Rücksprache mit einem/einer FacharztIn einer Hyaluronsäure-Behandlung unterziehen, sofern keine Kontraindikationen vorliegen.

Bei der ersten Untersuchung wird eine Anamnese erhoben, eine gynäkologische Untersuchung durchgeführt, das Problem der Patientin spezifiziert und die Korrekturmöglichkeit mit Hyaluronsäure bestimmt. Nach Ermessen des/der FacharztIn wird ein Vaginalabstrich (Scheidenabstrich) zur mikrobiologischen Untersuchung entnommen.

Die Patientin erhält Anweisungen zur Vorbereitung auf die Manipulation.

Für das Einbringen von Hyaluronsäure im Intimbereich ist es erforderlich, dass keine klinisch manifeste Infektion vorliegt und in der kommenden Woche keine Menstruation zu erwarten ist.

Sieben Tage vor der Injektion ist es ratsam, dass die Patientin keine Medikamente aus der Gruppe der NSAR (der nichtsteroidalen Antirheumatika), Antikoagulanzien und Antiaggregationsmittel einnimmt.

Nach Ermessen des Gynäkologen bzw. Gynäkologin werden einige Tage vor der Hyaluronsäure- Injektion Medikamente zur Desinfektion der Vagina verschrieben.

Vor der Manipulation unterzeichnet die Patientin eine Einverständniserklärung.

Kontraindikationen für den Einsatz von Hyaluronsäure sind: Allergie gegen die Inhaltsstoffe des verwendeten Produkts, Schwangerschaft, Autoimmunerkrankungen, Alter unter 18 Jahren, Infektionen im Anwendungsbereich, Hämostase-Störungen (Blutstillungsstörungen).

Vor der Manipulation wird die Injektionsstelle mit einem Lokalanästhetikum betäubt, um den Komfort der Patientin und des/der ArztIn zu gewährleisten.

Die Dauer hängt von der Injektionsstelle – Vulva oder Vagina – ab und beträgt im Durchschnitt etwa 20-30 Minuten.

Manchmal kommt es in den ersten Stunden nach der Injektion zu einer Entzündungsreaktion – leichtes Ödem, Rötung, Verdickung und Verfärbung des behandelten Bereichs, leichte Blutungen, die aber nicht lange anhalten. Der/Die ArztIn, der/die den Eingriff durchgeführt hat, kann Ihnen Tipps geben, wie Sie dieses vorübergehende Unbehagen leichter bewältigen können.

Hat die Patientin keine Beschwerden, findet die Nachuntersuchung zwischen dem 10. und 14. Tag nach dem Einsetzen der Hyaluronsäure statt.

Nach der Injektion mit Hyaluronsäure ist keine Behandlung zu Hause erforderlich. Die Frau kann sofort wieder ihren täglichen Verpflichtungen nachgehen. Es wird empfohlen, innerhalb der folgenden 10 Tage keine Schwimmbäder, Saunen, Whirlpools oder Fitnessstudios zu besuchen. Alle Aktivitäten, die zu einem erhöhten Druck im Genitalbereich  führen – Reiten, Radfahren usw. – sollten vermieden werden.

 

Sexuelle Kontakte sind 5 Tage nach der Manipulation kontraindiziert.

Die Wirkung des injizierten Produkts ist individuell und hält im Durchschnitt 8 bis 12 Monate an.

 

Hyaluronsäure wird durch körpereigene proteolytische Enzyme abgebaut. Nach dem oben genannten Zeitraum kann der Eingriff auf Wunsch der Patientin wiederholt werden

Plasmatherapie (PRP-Therapie) in der Gynäkologie

In der Gynäkologie wird die PRP-Plasmatherapie zur Regeneration und Heilung der Vaginalschleimhaut und der Haut der Vulva bei vulvo-vaginaler Atrophie eingesetzt. Sie betrifft Beschwerden wie Brennen, Juckreiz, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, leichte Verletzbarkeit der Vaginalschleimhaut.

Die Plasmatherapie ist eine innovative Behandlungsmethode in der Medizin. In der Dermatologie ist sie als „Vampir-Lifting“ und Plasmalifting bekannt.

Die PRP-Therapie ist die mithilfe der Mesotherapie ausgeführte Injektion von plättchenreichem Plasma (PRP – Platelet Rich Plasma), das nach spezieller Verarbeitung einer Blutprobe der Patientin in einem Labor gewonnen wird. Die Wirkung der PRP-Therapie beruht auf den zahlreichen, im Plasma enthaltenen natürlichen Wachstumsfaktoren, die den Stoffwechsel des Gewebes verbessern und die Regenerationsprozesse verstärken.

In der Orthopädie und Traumatologie wird die PRP-Therapie zur Behandlung von Arthritis, deformierenden Arthrosen, Sportverletzungen und nach prothetischem Gelenkersatz zur Linderung von Schmerzen und Entzündungen eingesetzt.

In der Gynäkologie wird die PRP-Therapie zur Regeneration und Heilung der Vaginalschleimhaut und der Haut der Vulva bei vulvo-vaginaler Atrophie eingesetzt. Sie betrifft Beschwerden wie Brennen, Juckreiz, Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, leichte Verletzbarkeit der Vaginalschleimhaut. Des Weiteren unterstützt sie auch die Heilungsprozesse und die Wiederherstellung von geschädigtem Gewebe nach der Geburt, einschließlich Episiotomie (Dammschnitt), Operationswunden nach chirurgischen Eingriffen.

Die PRP-Therapie steigert die Kollagensynthese und stabilisiert die Kollagen- und Elastinfasern, wodurch das Bindegewebe der Vagina und um die Urethra (Harnröhre) herum gestärkt wird und die Symptome der Stressinkontinenz bei Frauen – unfreiwilliger Harnabgang beim Niesen, Husten, Laufen – beeinflusst werden.

Eine sehr gute Wirkung bei der Behandlung von vaginaler Atrophie und Stressinkontinenz wird durch die Kombination von PRP-Therapie mit vaginaler Lasertherapie und dem Einbringen von Hyaluronsäure im Genitalbereich erzielt. Die PRP-Therapie eignet sich zudem in Kombination mit der Vulva-Mesotherapie bei Vulva-Atrophie.

Die PRP-Therapie wird ambulant durchgeführt. Ihre Dauer beträgt etwa 35-40 Minuten.

Der Patientin wird eine kleine Menge (8-10 ml) venöses Blut in einem sterilen Röhrchen entnommen und im Labor nach einem speziellen Verfahren aufbereitet.

Das gewonnene Plasma hat eine hohe Konzentration an Thrombozyten (Blutplättchen). Es wird nach vorheriger Anästhesie durch mehrere Mikroinjektionen in die Vaginalschleimhaut injiziert. In den behandelten Geweben werden Thrombozyten aktiviert und setzen Wachstumsfaktoren frei, die die Kollagen- und Elastin-Synthese durch die Fibroblasten anregen und durch die Bildung neuer Blutgefäße die Blutversorgung und den Gewebestoffwechsel verbessern.

Die PRP-Therapie ist eine Therapie mit körpereigenem Blutplasma der Patientin. Daher ist sie besonders für die Anwendung bei Frauen mit Allergien geeignet, da keine Sensibilisierungsgefahr besteht. Die PRP-Therapie ist eine sichere Methode ohne Abstoßungsrisiko, mit langanhaltender Wirkung und ohne bekannte Nebenwirkungen.

Kontraindikationen für die PRP-Plasmatherapie sind:

  • Hämatologische Erkrankungen – Thrombozytopenie (verminderte Thrombozytenzahl), Hypofibrinogenämie (verminderte Menge an Fibrinogen), Hämophilie (gestörte Blutgerinnung);
  • Therapie mit Antikoagulanzien und Antiaggregationsmitteln – es ist wünschenswert, deren Einnahme vor der PRP-Therapie nach Rücksprache mit einem/einer ArztIn abzusetzen;
  • Vaginale Infektion;
  • Harnwegsinfektion.

Die ersten Ergebnisse der PRP-Therapie sind bereits 3-4 Wochen nach der ersten Behandlung bemerkbar. Um eine optimale Wirkung zu erzielen, wird eine Kur von mindestens drei Behandlungen im Abstand von etwa einem Monat empfohlen. Um das erzielte Ergebnis aufrechtzuerhalten, sollte die PRP-Therapie 1-2 Mal im Jahr wiederholt werden.

Laser-Therapie der Vagina

Die Laser-Therapie der Vagina ist ein nicht-chirurgisches, nicht-invasives Verfahren zur Behandlung der Stressinkontinenz, Vaginalatrophie und des vaginalen Entspannungssyndroms.

Bei der Laser-Therapie der Vagina handelt es sich um ein nicht-chirurgisches und nicht-invasives Verfahren, bei dem Laserenergie zur Behandlung eingesetzt wird:

 

  • Stressinkontinenz – unwillkürlicher Urinabgang durch starken Druck im Bauchraum, ausgelöst durch körperliche Anstrengungen wie etwa Niesen, Husten, Heben schwerer Gegenstände, Treppensteigen oder Laufen. Die Hauptursache dafür ist der Kollagen- und Elastin-Verlust im Vaginalgewebe und ein verminderter Tonus der Beckenbodenmuskulatur. Dies ist die Ursache für die Veränderung der normalen anatomischen Lage von Harnblase und Harnröhre und das Auftreten von Symptomen der Stress Faktoren, die zu Stressinkontinenz führen können, sind Schwangerschaft, Geburt, Beckenoperationen, Beckentraumata, altersbedingte Gewebeveränderungen, Übergewicht usw.

 

  • Vaginalatrophie – Ausdünnung der Vaginalschleimhaut und Abnahme ihrer Elastizität, besonders ausgeprägt während der Stillzeit und in der Zeit vor und nach dem Einsetzen der Menopause. Diese Veränderungen führen zu Befeuchtungsstörungen, Trockenheit, Brennen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr, manchmal zu Blutungen infolge mechanischer Verletzungen der Vaginalschleimhaut sowie zu häufigen und wiederkehrenden Blasenentzündungen. Die Hauptursache für die Vaginalatrophie ist ein reduzierter Östrogenspiegel, der für den guten Zustand der Vaginalschleimhaut, der Harnröhre und der Harnblase.

 

  • Vaginales Entspannungssyndrom (das Gefühl einer schlaffen und erweiterten Vagina) – die Ursache für mangelndes Vergnügen beim Geschlechtsverkehr und eine Abnahme der Libido. Dieser Zustand tritt häufig nach der Schwangerschaft und Geburt auf, da der Tonus der Beckenmuskulatur nachlässt und die Beckenbänder, die die normale Position der Gebärmutter und der Vagina unterstützen, geschwächt werden.

Die Laserenergie „erhitzt“ das Bindegewebe der Vagina, baut Kollagen um und stimuliert dessen Synthese, verbessert die Stoffwechselprozesse und die Hydratisierung der Vaginalschleimhaut. Unter der Wärmeeinwirkung schrumpfen die Kollagenfasern, verkürzen und verdicken sich, wodurch sie stärker werden. Diese Prozesse werden auch von der Bildung neuer Blutgefäße im Gewebe begleitet.

Der Kollagen-Umbau und die Stimulierung seiner Synthese dauern bis zur nächsten Laser-Therapie der Vagina fort, und am Ende der gesamten Therapie ist das Bindegewebe stärker, straffer und elastischer. Dies verengt die Vagina und verringert ihren Durchmesser, was sich positiv auf das Sexualleben der Frau auswirkt. Die Anwendung der Laser-Therapie im Bereich um die  Harnröhre wirkt sich deutlich auf die Beschwerden der Stressinkontinenz aus.

  • Schwangerschaft;
  • Harnwegsinfektion;
  • Menstruation;
  • Einnahme von Medikamenten mit photosensibilisierender Wirkung;
  • Erkrankungen des Bindegewebes – Kollagenogenosen.

Die Laser-Therapie der Vagina ist für Frauen mit den oben genannten Beschwerden ohne Altersbeschränkung geeignet. Sie kann auch bei Frauen mit Krebserkrankungen angewendet werden, bei denen die Symptome einer vulvo-vaginalen Atrophie infolge einer Hormontherapie besonders unangenehm sind – z. B. bei Brustkrebs, Endometrium-Karzinom (Gebärmutterkrebs) usw., wenn eine Hormonersatztherapie kontraindiziert ist. Die Laser-Therapie der Vagina ist auch für Frauen nach einer operativen Entfernung der Gebärmutter und der Eierstöcke geeignet.

Vor der Laser-Therapie ist keine besondere Vorbereitung erforderlich.

Die Laser-Therapie der Vagina wird ambulant durchgeführt. Ein Glasspekulum wird in die Vagina eingeführt, um den Kontakt der Laserfaser mit der Vaginalschleimhaut zu begrenzen. Die Laserfaser wird in das Spekulum eingeführt und die Vaginalschleimhaut wird von oben nach unten behandelt. Der Eingriff ist schmerzfrei, wobei ein Wärmegefühl am Scheideneingang stärker ausgeprägt ist. Die Behandlung dauert etwa 30-40 Minuten und die Frau kann danach sofort wieder ihren täglichen Aktivitäten nachgehen.

In Einzelfällen wird in den ersten 24 Stunden nach der Therapie leichtes Unbehagen beobachtet. Nach der Therapie wird eine sexuelle Abstinenz von etwa einer Woche empfohlen.

Die Wirkung der Therapie hält etwa 1 Jahr an, danach sind 1 bis 2 Erhaltungstherapien pro Jahr wünschenswert.

Weitere Themen

Gynäkologische Vorsorgeuntersuchung
Operative Gynäkologie
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