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Die Kryobank von "Nadezhda"

Eine Kryobank ist eine Struktur zur Lagerung verschiedener Zellen und biologischer Gewebe bei niedrigen und ultratiefen Temperaturen, wie der Temperatur von flüssigem Stickstoff (- 196 °C).

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Gemäß  den  Anforderungen  an den Bau einer Kryobank muss die Kryobank unterirdisch sein, denn bei der Lagerung von Zellen und Gewebe bei ultratiefen Temperaturen ist der einzige Umweltfaktor, der sich negativ darauf auswirken kann, die Einwirkung von Strahlung, gleich welcher Art, einschließlich Sonnenstrahlung. Aus diesem Grund befindet sich die Kryobank vom Krankenhaus „Nadezhda“ auch in einem unterirdischen Raum auf Ebene 1 – in einem separaten, eigens dafür vorgesehenen Raum. Der Zugang zu diesem Raum ist durch die Einführung einer Kartenregelung eingeschränkt. Der Zugang zu den Einrichtungen zur Kryokonservierung ist zudem auf bestimmte MitarbeiterInnen beschränkt, die zum Umgang damit befugt sind. 

 

Eine Voraussetzung für die Arbeit in Kryobanken ist, dass die Proben streng voneinander getrennt sind und jede Probenart, ob Zellen oder Gewebe, in separaten Behältern aufbewahrt wird sowie frisch eingefrorene Proben nicht mit solchen vermischt werden, die langfristig gelagert werden. Für diejenigen Proben, denen das Einfrieren noch bevorsteht, steht ein separater Behälter – der so genannte „Quarantänebehälter“ – zur Verfügung. In diesem Behälter werden die Proben je nach den Anforderungen und den Besonderheiten der Zellen oder Gewebe unterschiedlich lange aufbewahrt. Dies ist eine präventive Maßnahme, um eine Kontamination der anderen Proben durch eine möglicherweise kontaminierte Probe zu vermeiden.

In der Kryobank, die dem IVF-Zentrum des Nadezda-Krankenhauses dient, werden hauptsächlich Spermien, Eizellen und Embryonen gelagert. Des Weiteren wird hier Eierstockgewebe von Patientinnen mit Krebserkrankungen gelagert, bei denen es aus verschiedenen Gründen nicht möglich war, Eizellen einzufrieren. In Bulgarien ist die Reimplantation dieses Gewebes nicht gesetzlich geregelt, und infolge dessen werden solche Verfahren nicht durchgeführt, die Patienten haben jedoch die Möglichkeit, die eingefrorenen Gewebeproben zu einem späteren Zeitpunkt in einem Land zu verwenden, in dem eine gesetzliche Regelung für dieses Verfahren vorhanden ist.

Die Kryo-Gefäße bestehen aus speziellen Metallbehältern („Stellagen“), in denen jedes Element nur für die jeweilige Probe bestimmt ist. Die Informationen über jede Probe und ihre Position im Kryo-Gefäß werden in ein digitales Register eingegeben, und die Probe erhält eine eigene PIN-Nummer, die der nationalen Transplantationsagentur, der die Aktivitäten aller Gewebebanken überwachenden staatlichen Behörde, mitgeteilt wird.

Die Methoden des Einfrierens, der Lagerung und der Überwachung von Zellen und Geweben in der Kryobank des Nadezhda-Krankenhauses sind zu diesen der führenden spezialisierten Gewebebanken auf der ganzen Welt analog.

Die Freigabe von Embryonen, Eizellen und Spermien in der Kryobank vom Nadezhda-Krankenhaus erfolgt mit der informierten Zustimmung des/der PatientIn. Die Freigabe der Probe wird umgehend der Transplantationsagentur gemeldet, um die entsprechende Registrierung zu löschen.

Beim Transport von Zellen aus dem Ausland handelt es sich hauptsächlich um eingefrorene Spendersamenproben. Der Transport wird von einem speziell dafür zugelassenen Transportunternehmen durchgeführt.

Wenn eingefrorene Zellen von einer anderen Kryobank transportiert werden, ist es wichtig, dass dieser Transport unter Temperaturbedingungen erfolgt, die diesen der Probenlagerung gleich oder ähnlich sind. Wenn Zellen aus anderen Kryobanken zur Nadezhda-Kryobank transportiert werden, erfolgt der Transport in einem Transportbehälter mit flüssigem Stickstoff bei – 196 °C. Dazu muss der/die PatientIn selbst einen Antrag auf Zellenübertragung an die Nadezhda-Kryobank, danach einen Antrag auf Zellenübertragung an die andere Kryobank stellen und am Tag und zur Uhrzeit der tatsächlichen Übertragung der Probe müssen ein Mitarbeiter der bisherigen Gewebebank einerseits, der Nadezhda-Kryobank andererseits und der/die PatientIn selbst vor Ort sein. Die Teilnahme und Anwesenheit dieser drei Parteien ist obligatorisch.

In der Kryobank von „Nadezhda“ funktioniert ein Rund-um-die-Uhr-Überwachungssystem der Kryo-Gefäße, das mit in den einzelnen Gefäßen installierten Wärmesensoren verbunden ist. Alle 5 Minuten wird die Temperatur im jeweiligen Gefäß aufgezeichnet.  Das System alarmiert aus der Ferne ein Team der Kryobank, wenn bestimmte Maßnahmen ergriffen werden müssen.

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