reproduktionsmedizin

Einfrieren von Spermien

Wenn Sie heute aus verschiedenen Gründen noch nicht dazu bereit sind, Vater zu werden, oder nicht planen, bald Nachkommen zu zeugen, jedoch über die Verschlechterung Ihrer Spermienparameter besorgt sind, ist das Einfrieren von Spermien eine Option zur Prävention und zum Erhalt der Fertilität.

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Warum Spermien einfrieren?

Die meisten Männer sind trotz fortschreitenden Alters in der Regel in der Lage, Nachwuchs zu zeugen, im Gegensatz zu Frauen, bei denen das Klimakterium das Ende der Fruchtbarkeit bedeutet. Was jedoch nur die wenigen wissen, ist, dass die Spermienqualität auch bei Männern mit zunehmendem Alter abnimmt. Dieser Prozess setzt leider aus verschiedenen Gründen immer früher ein – Lebensstil, Umwelteinflüsse, erhöhter Alkoholkonsum, Rauchen, Drogenmissbrauch, übermäßige Hitzeeinwirkung oder chemische Einflüsse, Pestizide in der Nahrung usw. Eine mögliche Lösung in solchen Fällen ist das Einfrieren von Spermien vor einem Zeitpunkt, an dem die Schädigung der Spermienparameter bereits irreversibel wäre.

 

Etwa ab dem 35. Lebensjahr setzt beim Mann ein Rückgang der Testosteronsspiegels und der Spermienqualität ein, und die Parameter verschlechtern sich in der Regel mit dem Alter. Angesichts des Trends zur späteren Verwirklichung von Reproduktionsplänen, der zunehmenden Häufigkeit von Scheidungen und der Zeugung von Nachkommen in einer zweiten Familie ist es ratsam, einmal jährlich ein prophylaktisches Spermiogramm durchführen zu lassen und bei Feststellung von Anomalien darin und Tendenzen zur Verschlechterung der Spermienqualität und -quantität die Möglichkeiten der Fertilitätserhaltung zu besprechen.

 

In den USA geht der Trend dahin, dass Männer ihre Spermien im jüngeren Alter aufbewahren lassen, um später bessere Chancen für die Verwirklichung ihrer Reproduktionspläne zu haben. Mit diesem Schritt wird angestrebt, die negativen Einflüsse des fortschreitenden Alters und anderer Nebenfaktoren, die die Spermienqualität und -quantität beeinträchtigen, zu überwinden.

 

Gegenwärtig gibt es in Bulgarien Männer, die auf das Verfahren des Einfrierens von Spermien zurückgreifen, aber in fast allen Fällen geschieht dies aus medizinischen Gründen – zum Beispiel vor Beginn einer Behandlung einer Krebserkrankung, die ihre Fruchtbarkeit gefährden würde, oder aufgrund der Krankheit selbst – bei einigen rheumatischen und Autoimmunerkrankungen, die zu irreversiblen Schäden der Reproduktionsfähigkeit führen. Ein Grund für das Einfrieren von Spermien ist auch ein bevorstehender chirurgischer Eingriff an der Prostata oder an den Hoden.

 

Das Krankenhaus „Nadezhda“ setzt sich im Rahmen des Projekts „Bewahre die Hoffnung“ für die Kryokonservierung (Einfrieren) von Eizellen und Spermien bei Patientinnen und Patienten mit onkologischen, rheumatischen und Autoimmunerkrankungen ein.

Risikofaktoren

Für viele Männer kann allein die Berufswahl dazu führen, dass ihre Fruchtbarkeit gefährdet ist. Ein weiterer Grund für die Aufbewahrung von Spermien kann die fortschreitende Verschlechterung der Spermiogrammvariablen sein. Dies kann sowohl auf das fortschreitende Alter des Mannes als auch auf andere äußere Faktoren zurückzuführen sein, z. B.:

Solche Berufe sind zum Beispiel:

  • Berufe im kulinarischen Bereich, bei denen eine längere Exposition gegenüber hohen Temperaturen zu einer Schädigung der Spermien führen kann. Es ist kein Zufall, dass sich die Hoden außerhalb des menschlichen Körpers befinden – Spermien fühlen sich bei Temperaturen unter 37°C (zwischen 25-35°C) am wohlsten. Eine längere Exposition gegenüber hohen Temperaturen kann die Spermienbildung stark beeinträchtigen.
  • Berufe, bei denen man schädlichen Einflüssen ausgesetzt ist – Farben, Strahlung usw.
  • Berufe, die mit Immobilität und Zwangshaltung über einen längeren Zeitraum verbunden sind, z. B. internationale Fahrer. Das Pressen der Hoden dicht an den Körper überhitzt sie, was die Spermatogenese gefährdet.

Hochfrequente elektromagnetische Felder können die männliche Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

Bei Rauchern sind die Spermiogrammergebnisse um 13-17 % schlechter als bei Nichtrauchern. Die Spermienzahl steigt bei Männern, die mit dem Rauchen aufgehört haben, um 50-80 %.

Pestizide wirken sich negativ auf den männlichen Hormonhaushalt aus, da sie das Vorhandensein von Östrogen im Körper nachahmen und das Risiko der Unfruchtbarkeit beim Mann erhöhen. Herbizide und Pestizide können zu einem Anstieg der weiblichen Geschlechtshormone im männlichen Körper führen, was eine Verschlechterung des Spermiogramms zur Folge hat.

Große Mengen Blei im Körper verringern die Fruchtbarkeit und führen zu Erektionsstörungen (erektile Dysfunktion).

Künstliche Stoffe, die Fleisch und Milchprodukten zugesetzt werden, sind Hormone, die dem Östrogen im Körper ähneln und das Risiko der Unfruchtbarkeit beim Mann erhöhen.

In einer Studie über Männer mit niedriger Ejakulatsqualität wurde übermäßiger Alkoholkonsum als Ursache für eine niedrigere als die gesunde Spermienzahl genannt.

Beim Erhitzen setzen Kunststoffprodukte Xenohormone (chemische Hormone) frei, die im Körper Östrogen nachahmen. Ein erhöhter Östrogenspiegel im Körper erhöht das Risiko eines Mannes, unfruchtbar zu werden.

In den Hoden werden Spermien aufbewahrt bei einer Temperatur, die unter der Körpertemperatur liegt. Hitze ist daher einer der Faktoren, die Spermien am meisten schaden. Es ist empfehlenswert, Sauna und heiße Bäder zu vermeiden, da sie die Temperatur der Hoden erhöhen.

Der Mangel an Vitamin C, Selen und Zink in der Ernährung führt zu einer starken Verschlechterung der Spermienvariablen.

Der hohe Stress in einem hektischen Alltag hat einen großen Einfluss auf die Bildung einer größeren Menge freier Radikale.

Die Fettleibigkeit führt zu einer Verschlechterung der Spermienvariablen. Es ist kein Geheimnis, dass Fettgewebe Hormone produziert, die sich negativ auf die Spermien auswirken.

Anabole Steroide beeinträchtigen die Spermienproduktion und führen zu einer Schrumpfung des Hodengewebes.

Kokain und Marihuana verringern die Anzahl und Qualität der Spermien.

Die Fruchtbarkeit des Mannes nimmt ab dem 35. Lebensjahr allmählich ab. Bei den meisten Männern kommt es zu einer Verschlechterung der Ergebnisse, aber einige Männer haben bis in ihre 70er Jahre hinein eine perfekte Befruchtungsfähigkeit.

Das Verfahren Schritt für Schritt

Das Einfrieren von Spermien ist eine etablierte und bewährte Methode zur Erhaltung der Fruchtbarkeit bei Männern. Es handelt sich um ein Routineverfahren, das bei jedem Mann im fortpflanzungsfähigen Alter durchgeführt werden kann, unabhängig davon, ob er eine unmittelbare Fortpflanzungsabsicht hat oder nicht. Sie wird schnell und ohne Hormonpräparate durchgeführt. Bei verschlechterten Spermiogrammvariablen wird mehrfaches Einfrieren von Spermien alle 2-3 Tage empfohlen. In den Fällen, in denen eine spontane Gewinnung von Ejakulat nicht möglich ist, wird auf invasive chirurgische Techniken wie die testikuläre Spermienextraktion (TESE) zurückgegriffen.

Wenn Sie sich für das Einfrieren von Spermien entschieden haben, sollten Sie zunächst einen Termin für eine andrologische Beratung vereinbaren, bei der die Notwendigkeit weiterer Untersuchungen geklärt und besprochen werden kann. Anschließend wird eine Samenanalyse (einfaches Spermiogramm) durchgeführt – eine Routineuntersuchung, bei der die grundlegenden physikalischen und chemischen Eigenschaften der Samenflüssigkeit, die Anzahl der Spermien, ihre Beweglichkeit (Motilität) und ihr Aussehen beschrieben werden. Nach Ermessen des Arztes/der Ärztin und des/der AndrologIn können zusätzliche Untersuchungen angeordnet werden (erweitertes Spermiogramm, mikrobiologische und virologische Tests usw.). Die Anzahl der Verfahren zum Einfrieren von Spermien wird individuell festgelegt, abhängig von den Ergebnissen des Spermiogramms und den spezifischen Bedürfnissen.

In speziell für die Untersuchung vorgesehenen Räumen wird die Samenflüssigkeit durch Masturbation gewonnen, in einem sterilen Gefäß aufgefangen und einem Biologen des Andrologie-Labors übergeben (im Nadezhda-Krankenhaus liegen diese Räume in unmittelbarer Nähe des Andrologie-Labors und sind mit diesem verbunden). Nach der Aufbereitung und Reinigung werden die Spermien dosiert auf einzelne Kryoröhrchen verteilt, um ein wiederholtes Auftauen und Einfrieren zur späteren Verwendung zu vermeiden und das Risiko einer geringeren Überlebensrate der Spermien zu begrenzen.

 

WICHTIG! Bei Patienten mit viralen und/oder bakteriellen Infektionen sollten vor dem Einfrieren bestimmte Therapien sowie zusätzliche Techniken zur Reinigung der Spermien verordnet werden. Das Verfahren wird in jeder Phase mit dem Patienten besprochen und ist auf die Besonderheiten seiner Erkrankung zugeschnitten.

Die moderne Verfahren, das im Krankenhaus „Nadezda“ angewandt wird, heißt Vitrifikation –  ultraschnelles Einfrieren. Nach dem Waschen und Reinigen werden die Spermien in ein spezielles Medium mit Kryoprotektiva gegeben. Ihr Einfrieren erfolgt in Kryoröhrchen, die in flüssigem Stickstoff eingetaucht werden. Die Gefriergeschwindigkeit ist viel höher als bei anderen Verfahren, so dass sich keine Eiskristalle aus dem gefrorenen Zellwasser bilden und dadurch die sonst auftretenden Zellschäden vermieden werden. Die Kryoröhrchen werden in speziellen Gefäßen mit flüssigem Stickstoff geordnet und bei einer Temperatur von -196 Grad Celsius aufbewahrt.

Der erfolgreiche Ablauf der Vitrifikation hängt zum einen vom Einsatz hochqualifizierter Andrologen und zum anderen – von der ständigen Kontrolle der kritischen Parameter bei der Lagerung der Spermien zwecks Bewahrung ihrer Eigenschaften während der Kryokonservierung – ab. Die Kryokonservierungsgefäße sind daher mit einem automatischen Nachfüllsystem für flüssigen Stickstoff und Temperatursensoren ausgestattet, um eine konstante Temperatur über einen unendlich langen Zeitraum gewährleisten zu können.

Falls Ihnen Kryokonservierung von Spermien bevorsteht, warden Sie einen Vertrag über die Kryokonservierung und Lagerung unterzeichnen, in dem alle Bedingungen für das Einfrieren und die Dauer der Lagerung eines Teils oder des gesamten lebensfähigen genetischen Materials, die Rechte und Pflichten der Parteien, die Zahlungsmodalitäten und die Beendigung des Vertrags festgelegt sind. Nach Ablauf des Vertrages kann dieser auf Wunsch durch Unterzeichnung eines Anhangs verlängert werden. Wenn Sie Hilfe oder weitere Informationen benötigen, wenden Sie sich bitte an unseren Mitarbeiter unter 0887 701 927.

 

WICHTIG!

Gemäß der Verordnung Nr. H-2 vom 12. Juli 2023 über die Tätigkeiten der assistierten Reproduktion des Gesundheitsministeriums

Art. 71. Gute Gründe für die Entnahme und Vernichtung von Eizellen, Samenzellen und Zygoten sind:

1.der schriftlich bestätigte Wunsch der Patienten;

 

2. der Ablauf der von den Patienten bei der Unterzeichnung der Einverständniserklärung vor der Kryokonservierung beantragten maximalen Lagerungsdauer;

 

3. das Risiko einer Kreuzkontamination oder einer Übertragung von bakteriellen oder mykotischen Infektionen;

 

4. das Risiko einer Kreuzkontamination oder der Übertragung einer übertragbaren Krankheit (HIV, Hepatitis B und C, Syphilis usw.);

 

5. der Ablauf von mehr als 6 Monaten nach der beantragten Aufbewahrungsfrist für nicht beanspruchte Spermien, Eizellen oder Zygoten;

 

6. der Tod des Ehegatten/Lebenspartners, unabhängig davon, ob er zu Lebzeiten einen entsprechenden Wunsch geäußert hat, in bezug auf Samenzellen oder Zygoten, außer in den Fällen des Anhangs 1 Abschnitt IV Nummer 5.9 zu Art. 1, т. 1;

 

7. der Tod des Ehegatten/Lebenspartners, ungeachtet des Vorliegens eines erklärten Wunsches zu Lebzeiten, in Bezug auf Eizellen oder Zygoten;

 

8. das Auftreten einer Krankheit bei einem anonymen Spender, die auf die Nachkommen oder den Empfänger übertragen werden kann;

 

9. die Unmöglichkeit der sicheren Identifizierung der Spender oder der Rückverfolgung des Weges des genetischen Materials aufgrund einer falschen oder fehlenden Kennzeichnung oder einer Verwechslung während der Verarbeitung.

Der Prozess des Auftauens von Spermien dauert bis zu 60 Minuten. Anschließend werden die Spermien gereinigt und die Beweglichkeit (Mutalität) und Vitalität der aufgetauten Spermien beurteilt. Sind genügend schnell bewegliche Spermien vorhanden und sollte keine weitere Aufbereitung und Selektion erforderlich sein, können sie direkt zur Befruchtung von Eizellen bei geplanten IVF-Verfahren verwendet werden.

Einfrieren von Spermien bei Krebserkrankungen

Im letzten Jahrzehnt wird zunehmend über den Erhalt der Fruchtbarkeit bei krebskranken Männern und Frauen gesprochen. In einer Reihe von Ländern wurden Empfehlungen veröffentlicht, in denen die ÄrztInnen aufgefordert werden, ihre PatientInnen über die Auswirkungen einer Anti-Tumor-Therapie auf ihre Fortpflanzungsfähigkeit zu informieren. Der Dialog über den Erhalt der Fruchtbarkeit sollte so früh wie möglich stattfinden, am besten unmittelbar nach der Diagnose und vor Beginn der antitumoralen Therapie.

Bei Männern im Alter zwischen 20 und 40 Jahren ist Hodenkrebs eine der häufigsten Krebsarten. Zu dieser Altersgruppe gehören in der Regel Männer, die zum Zeitpunkt der Diagnose ihre Fortpflanzungspläne noch nicht verwirklicht haben und daher rechtzeitig über die Risiken für ihre Fruchtbarkeit informiert werden müssen. Es gibt eindeutige wissenschaftliche Beweise für einen Zusammenhang zwischen den männlichen Reproduktionsproblemen und einem erhöhten Risiko, an Hodenkrebs zu erkranken. Aus diesem Grund bleibt bei einigen Patienten mit Hodenkrebs der spontane Samenerguss aus, es wird eine Azoospermie (Spermienmangel im Ejakulat) festgestellt oder das gewonnene Ejakulat enthält nicht genügend Spermien, um erfolgreich eingefroren und zu einem späteren Zeitpunkt für eine In-vitro-Fertilisation verwendet zu werden. In solchen Fällen wird auf invasive chirurgische Techniken wie die mikrochirurgische testikuläre Spermienextraktion (micro TESE) oder die mikrochirurgische epididymale Spermienaspiration (MESA) zurückgegriffen.

Es gibt die folgenden Methoden zum Erhalt der Fruchtbarkeit:

  • Einfrieren von Spermien;
  • Einfrieren von Hodengewebe.

Die Gemeinsamkeit zwischen den beiden Verfahren besteht darin, dass sie in der Zeitspanne zwischen der Krebsdiagnose und dem Beginn der Anti-Tumor-Therapie durchgeführt werden müssen. Nur Ihr/e behandelnde/r ArztIn kann bestimmen, wann bei Ihnen mit der Therapie begonnen werden muss. Daher sollten Sie den Plan zum Erhalt der Fertilität unmittelbar nach der Diagnose und bei der Erstellung Ihres Therapieplans mit ihm/ihr besprechen. Das Verfahren der Kryokonservierung (Einfrieren) von Spermien nimmt an sich keine Zeit in Anspruch, und wenn Sie sich rechtzeitig um eine Beratung zum Erhalt der Fruchtbarkeit bemühen, besteht kein Risiko, dass sich der Beginn Ihrer Therapie verzögert.

 

 

WICHTIG! Derzeit gehört das Einfrieren von Hodengewebe nicht zu den validierten Tätigkeiten, die vom medizinischen Standard für die assistierte Reproduktion abgedeckt werden. In Fällen, in denen dies die einzige Möglichkeit zum Erhalt der Fruchtbarkeit ist, könnte ein solches Verfahren im Rahmen einer klinischen Studie oder eines von einer Ethikkommission genehmigten Versuchsprotokolls durchgeführt werden.

Das Einfrieren von Spermien ist ein etabliertes und bewährtes Verfahren zum Erhalt der Fruchtbarkeit (Fertilität) bei Männern. Es handelt sich um ein Routineverfahren, das bei jedem Mann im fortpflanzungsfähigen Alter durchgeführt werden kann, der sich einer Anti-Tumor-Therapie unterziehen muss, unabhängig davon, ob er eine unmittelbare Fortpflanzungsabsicht hat oder nicht. Es ist empfehlenswert, dass die Fachleute den Wunsch nach einem Erhalt der Fruchtbarkeit auch bei älteren Männern angesichts des Trends zur späteren Verwirklichung von Reproduktionsplänen, der zunehmenden Häufigkeit von Scheidungen und der Zeugung von Nachkommen in einer zweiten Familie nicht ausschließen.

Das Einfrieren von Spermien ist ein Routineverfahren bei der assistierten Reproduktion und wird schnell und ohne Hormonpräparate durchgeführt. Bei verschlechterten Spermiogrammvariablen wird mehrfaches Einfrieren von Spermien alle 2-3 Tage empfohlen. In den Fällen, in denen eine spontane Gewinnung von Ejakulat nicht möglich ist, wird auf invasive chirurgische Techniken wie die testikuläre Spermienextraktion (TESE) oder die mikrochirurgische epididymale Spermienaspiration (MESA) zurückgegriffen.

In einem speziell für die Untersuchung vorgesehenen Raum in unmittelbarer Nähe des Andrologie-Labors wird die Samenflüssigkeit durch Masturbation gewonnen, in einem sterilen Gefäß aufgefangen und  dem Andrologie-Labor zur Aufbereitung und Vorbereitung auf das Einfrieren Reinigung übergeben. Die so aufbewahrten Spermien können zu einem späteren Zeitpunkt aufgetaut und für die In-vitro-Befruchtung von Eizellen verwendet werden.

 

WICHTIG! Informieren Sie Ihre/n ArztIn über Ihre Reproduktionspläne, damit rechtzeitig Maßnahmen zum Erhalt Ihrer Fruchtbarkeit ergriffen werden können. Ihr/e OnkologIn wird Sie für ein Beratungsgespräch an eine/n AndrologIn, Urologen oder FacharztIn für Reproduktionsmediziner überweisen, damit Sie ausführlich über die Risiken für Ihre Fruchtbarkeit und die Möglichkeiten zum Erhalt Ihrer Fruchtbarkeit informiert werden können.

Das Einfrieren von Spermien bei Jungen, die noch nicht die Pubertät erreicht haben, stellt eine echte medizinische Herausforderung dar. Es wird empfohlen, die Extraktion von Spermien, Stammzellen und Spermatogonien zu versuchen, die getrennt vom Gewebe eingefroren werden. Eine weitere mögliche Methode ist die Prothetik der Keimdrüsen durch Hormontherapie, jedoch haben verschiedene Studien widersprüchliche Ergebnisse hinsichtlich ihrer Wirksamkeit geliefert, insbesondere bei der hochdosierten Chemotherapie, die bei einigen Erkrankungen eingesetzt wird.

Neben den bereits erwähnten Methoden gibt es noch ein weiteres Verfahren zum Erhalt der Fruchtbarkeit bei Jungen, die noch nicht die Pubertät erreicht haben: die Konservierung von Hodengewebe, das nach Abschluss der Chemo- und Strahlentherapie wieder reimplantiert werden kann. Dem Einfrieren von Eierstockgewebe ähnlich gilt auch dieses Verfahren noch als experimentell und kann in Bulgarien derzeit nicht durchgeführt werden, da es gesetzlich nicht geregelt ist.

 

WICHTIG! Hodengewebe sollte bei Patienten mit Lymphomen und Leukämie nicht eingefroren werden, da es möglicherweise mit Tumorzellen kontaminiert ist.

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