reproduktionsmedizin

Der Embryotransfer und der Schwangerschaftstest

Dies ist wahrscheinlich der aufregendste Teil einer jeden IVF-Behandlung, der mit vielen Emotionen und fieberhafter Erwartung behaftet ist.

Diese Phase scheint die simpelste aller assistierten Reproduktionsverfahren zu sein, aber sie ist zugleich eine der wichtigsten.

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Unterstützung der Lutealphase vor dem Embryotransfer

Nach der Follikelpunktion beginnen Sie mit der obligatorischen Einnahme eines Progesteronpräparats, das die Gebärmutter auf die Einnistung der Embryonen vorbereitet.

 

Falls bei Ihnen ein gefrorener Embryotransfer (FET = Frozen Embryo Transfer) ansteht, wird Ihr(e) FacharztIn für Reproduktionsmedizin Sie darüber informieren, wann und mit welchen Medikamenten Sie mit der Lutealunterstützung beginnen müssen. Im Allgemeinen wird das Präparat nach einem bestimmten Schema in Form von Vaginalkapseln verabreicht.

 

Nach Ermessen Ihres Arztes werden Ihnen Folsäure, ein das Hormon Östradiol (Estradiol) enthaltendes Medikament, und/oder andere Medikamente verschrieben, um Ihren Körper auf den bevorstehenden Embryotransfer vorzubereiten.

 

Die Einnahme der verschriebenen Medikamente ist bis zum Tag des Schwangerschaftstests obligat fortzusetzen.

Der Embryotransfer

Wenn sich Ihr Embryo normal entwickelt und nach mehreren aufeinanderfolgenden Teilungen (in der Regel nach etwa 48 Stunden) das Zwei- bis Acht-Zell-Stadium erreicht, wird es am dritten Tag nach der Punktion in die Gebärmutter übertragen (Embryotransfer). Gelegentlich kann der Transfer auch am 4. oder 5. Tag erfolgen, wenn sich die Embryonen im Blastozystenstadium befinden.

 

Die Embryologen bringen den Embryo in einen sehr dünnen Katheter ein, den der Facharzt bzw. die Fachärztin für Reproduktionsmedizin unter Ultraschallkontrolle in die Gebärmutter einsetzt, um ihn/sie in die optimale Position für die Einnistung zu bringen.  Der Vorgang verläuft  absolut schmerzfrei und ähnelt gefülsmäßig der Materialentnahme für einen gynäkologischen Abstrich. Als Patientin befinden Sie sich in Rückenlage wie bei einer einfachen gynäkologischen Untersuchung.

Wenn Sie mehrere Embryonen haben, wird Ihr(e) FacharztIn für Reproduktionsmedizin nach Rücksprache mit einem Embryologen entscheiden, welche und wie viele davon in die Gebärmutter übertragen werden. Der Rest kann auf Wunsch der beiden Partner eingefroren oder vernichtet werden. Wenn Sie und Ihr Partner sich für das Einfrieren der verbleibenden Embryonen entschieden haben, müssten Sie einen in der Informationsabteilung zu erhaltenden Vertrag über das Einfrieren von Embryonen/Eizellen ausfüllen, sobald die Embryologen Ihnen mitgeteilt haben, dass das Einfrieren stattgefunden hat.

 

WICHTIG! Die Chancen für eine Schwangerschaft erhöhen sich abhängig von der Anzahl und der Qualität der übertragenen Embryonen, d.h. je mehr Embryonen mit besserer Qualität übertragen werden, desto größer sind die Erfolgsaussichten. Andererseits steigt die Wahrscheinlichkeit einer Mehrlingsschwangerschaft umso mehr, je mehr Embryonen übertragen werden und je qualitativ „besser“ sie sind. Dies birgt Risiken für die Schwangerschaftsverlauf, für die Babys (Frühgeburten sind viermal häufiger) und für den Gesundheitszustand der schwangeren Frau. Aus diesem Grund ist das Ärzteteam beim Embryotransfer um die Wahrung der Balance zwischen der Erhöhung der Einnistungschancen einerseits und der Begrenzung der Mehrlingsschwangerschaften andererseits bemüht. Ihr(e) FacharztIn für Reproduktionsmedizin wird mit Ihnen besprechen, wie viele Embryonen übertragen werden und welche Konsequenzen – Vorteile und Risiken – dies mit sich bringen kann.

Die Embryologen teilen Ihnen den Transfertermin mit und weisen Sie genau an, wie Sie sich darauf vorbereiten sollten.

 

  • Im Gegensatz zur Punktion ist es für den Transfer nicht notwendig, irgendwelche Vorkehrungen zu treffen (kein Lebensmittel- und Getränkekonsum), sondern entspannt, ruhig und satt zu kommen.

 

  • Eineinhalb Stunden vor dem Eingriff muss mit der Flüssigkeitsaufnahme begonnen werden (etwa ein halber-ein Liter Wasser). Die Harnblase sollte gefüllt sein.

 

  • Wenn Sie einen Akupunkturtermin gebucht haben (dieser wird Ihnen am Tag Ihres Transfers angeboten), werden Sie in den Spezialraum im 1. Stock geleitet, wo die Behandlung für einige Minuten durchgeführt wird.

 

  • Vor dem Transfer wird Ihnen eine intramuskuläre Injektion verabreicht, die eine beruhigende und muskelentspannende Wirkung hat. Die Entspannung der Patientin zu diesem Zeitpunkt ist sehr wichtig, um die Passage des Katheters mit den Embryonen durch den Gebärmutterhals zu erleichtern und das Auftreten von Gebärmutterkontraktionen zu vermeiden, die das neu eingeführte Embryo an eine ungeeignete Stelle in der Gebärmutter verschieben könnten.

Die Transfers werden von einem/einer FacharztIn für Reproduktionsmedizin in speziellen Räumen (Manipulationsräumen) auf der Etage 1 durchgeführt (in denselben Räumen, in denen auch die Punktionen vorgenommen werden).

 

  • Wenn Sie zum Transfer aufgerufen werden, müssen Sie Ihre Kleidung und persönlichen Gegenstände in einem verschließbaren Schließfach ablegen. Sie erhalten einen Einweg-Morgenmantel, eine Einweg-Haube und Einweg-Hausschuhe.

 

  • Im Manipulationsraum sind Ihr(e) FacharztIn für Reproduktionsmedizin und Ihre Hebamme anwesend, und im Nebenraum wartet in einer speziellen „Embryobox“ ein Embryologe, der Ihre Embryonen für den Eingriff vorbereitet hat.

 

  • Der Angriff ist schmerzfrei, so dass keine Betäubung (Narkose) erforderlich ist. Der einzige Diskomfort, den Sie empfinden können, wird durch die volle Harnblase und den zusätzlichen Druck des Transducers (Ultraschallkopfes) verursacht.

 

  • Wenn es hochwertige einfrierbare Embryonen gibt, werden Sie darüber informiert.

Nach dem Eingriff bleiben Sie noch etwa 20 Minuten auf dem gynäkologischen Stuhl liegen. Dies sind Ihre Minuten der völligen Entspannung nach der ganzen Reihe von Injektionen, Eingriffen und der Welle an Emotionen, die Sie in den vergangenen Wochen des Abenteuers namens „in vitro“ durchgemacht haben.

 

Nach dem Embryotransfer erhalten Sie einen Bericht über den Eingriff. Ihr(e) FacharztIn für Reproduktionsmedizin wird Ihnen auch die notwendigen Medikamente verschreiben und Ihnen allgemeine Anweisungen zur Lebensführung bis zu Ihrem Test geben.

Unsere Empfehlungen bis zum Test:

Der Schwangerschaftstest

Das ist der Zeitpunkt, zu dem wir erfahren, ob wir erfolgreich waren, ob wir gemeinsam das langersehnte Ziel erreicht haben: ein neues Leben in Ihnen wachsen feststellen zu können.

 

Wir wissen über die vielen und vielfältigen Emotionen Bescheid – von Angst bis Euphorie, von sonnigen Gedanken bis zum schwankenden Glauben – wir wissen, dass Sie aufmerksam auf jedes Körpersignal achten, das auch nur ein klein wenig darauf hindeutet, dass der Versuch erfolgreich ist.

 

Zwei Wochen nach dem Transfer sollten Sie einen Schwangerschaftstest machen – Urin- oder Bluttest.

 

Ein Schwangerschaftstest mit Blut wird in einem klinischen Labor durchgeführt. Zu diesem Zweck wird eine Blutprobe aus der Armvene entnommen, um den Beta-HCG-Spiegel zu messen.

 

Der Urintest wird zu Hause durchgeführt. Es ist sehr wichtig, den Urintest nicht vor dem 12. Transfertag zu überstürzen.

 

Unabhängig vom Testergebnis müssen Sie die vom Manipulationsraum des IVF-Zentrums erhaltene Notrufnummer anrufen, wo Sie je nach Fall Anweisungen und Empfehlungen für das weitere Vorgehen erhalten.

Weitere Themen

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Follikelpunktion
Embryokultivierung
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