Reproduktionsmedizin

Stimulation

Die Stimulation der Eierstöcke (kontrollierte ovarielle Hyperstimulation – COH) zielt darauf ab, durch die Verabreichung verschiedener Medikamente die Gewinnung einer größeren Anzahl von optimal reifen Eizellen (Oozyten) für die IVF zu gewährleisten. Die Stimulationen werden nach bestimmten Schemata, den so genannten „Stimulationsprotokollen“, durchgeführt. Für welche dieser Schemata sich Ihr/e FacharztFachärztin für Reproduktionsmedizin entscheidet und wie die Stimulation genau abläuft, hängt vom Einzelfall ab, wobei der Zustand der Eierstockreserve, das Alter, das Ansprechen der Eierstöcke auf vorherige Stimulationen, Begleiterkrankungen und andere Faktoren berücksichtigt werden.

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Fokus auf Stimulation

Da jede Frau anders auf die einzelnen Hormonpräparate reagiert, ist ein individueller Ansatz bei der Protokollauswahl und der Stimulationsüberwachung unerlässlich.

In den ersten drei-vier-fünf Tagen nach Beginn der Stimulation haben Sie einen Termin für die Injektionen ohne Kontrolluntersuchung. Danach erfolgen Ihre Arztbesuche jeden zweiten Tag zwecks Überprüfung Ihrer Reaktion auf die Stimulation: Überprüfung der Anzahl und Größe der gebildeten Follikel, der Dicke der Gebärmutterschleimhaut und Ihres Hormonspiegels.

Abhängig von den Ergebnissen kann das medizinische Team die Stimulation durch einen Medikamentenwechsel oder eine Änderung der Medikamentendosierung steuern. In einigen Fällen (schlechtes Ansprechen der Eierstöcke, unerwünschte Nebenwirkungen usw.) kann die Stimulation nach Ermessen Ihres/Ihrer Arztes/Ärztin abgesetzt werden.

Die Stimulationsinjektionen werden subkutan verabreicht, und zwar täglich ohne Unterbrechung über 10-14 Tage. Im Manipulationsraum des IVF-Bereichs von „Nadezhda“ gibt es feste Termine für die Verabreichung der Stimulationspräparate. Informieren Sie sich im Voraus darüber und wählen Sie den in Ihren Zeitplan passenden Termin für den Krankenhausbesuch aus. Eine Voranmeldung ist nicht erforderlich. Viele Patientinnen ziehen es vor, eigenständig die subkutanen Injektionen durchzuführen. Wenn Sie Zeit und sich den Weg ins Krankenhaus sparen wollen, geben Ihnen unsere Hebammen gerne ausführliche Anweisungen zur Selbstinjektion.

 

Bei Fragen oder Bedenken bezüglich dieser Behandlungsphase wenden Sie sich bitte umgehend an uns.

Bei der IVF-Behandlung im Spontanzyklus werden keine Stimulationsmedikamente verabreicht. Meistens wird ein Follikel überwacht mit dem Ziel, eine Eizelle zu gewinnen. Zwischen der 34. und der 37. Stunde wird/werden vor der Punktion eine oder mehrere Injektionen zum Timing des Eisprungs (der Ovulation) verabreicht. In bestimmten Fällen kann nach Ermessen des/der Facharztes/Fachärztin für Reproduktionsmedizin auch eine kurze Injektionsbehandlung oder eine Medikamentenkombination zur Unterstützung der Follikelentwicklung eingesetzt werden.

 

WICHTIG! Im Gegensatz zu den stimulierten Versuchen, bei denen nach einem Misserfolg mindestens eine dreimonatige Pause vor dem Start eines neuen Verfahrens eingelegt werden muss, besteht bei einem spontanen Zyklus die Möglichkeit, jeden Monat eine Wiederholung durchzuführen. Ein weiterer Vorteil besteht in der Möglichkeit, die Punktion ohne Anästhesie durchzuführen (auf ausdrücklichen Wunsch Ihrerseits).

Wenn Sie eine IVF im Spontanzyklus ohne Stimulation durchführen lassen wollen, sollten Sie einen Untersuchungstermin am 9.-10. Tag Ihres Monatszyklus vereinbaren. Ist eine leichte Stimulation vorgesehen, beginnt der Versuch am 2.-3.Tag Ihres Menstruationszyklus. Die ungefähre Monitoring-Dauer beim spontanen Zyklus beträgt etwa 10-12 Tage. In diesem Zeitraum werden Hormon- und Ultraschalluntersuchungen durchgeführt, um die Entwicklung der dominanten Follikel zu überwachen.

Bitte beachten Sie, dass es etwa zwei Stunden dauert, bis die Testergebnisse im klinischen Labor vorliegen. Daher ist es empfehlenswert, Ihren Besuch im Krankenhaus „Nadezhda“ so zu einzuplanen, dass zwischen der Untersuchung bei dem/der Facharzt/Fachärztin für Reproduktionsmedizin und den Hormonuntersuchungen ein Intervall von mindestens 2 Stunden liegt, damit der/die ÄrztIn zum Zeitpunkt der Ultraschalluntersuchung über die Testergebnisse verfügen kann.

Ihre Fortschritte bei der Stimulation werden sorgfältig überwacht, bis eine ausreichende Follikelanzahl herangereift ist. Anschließend wird eine Injektion verabreicht, um die Eizellen bei ihrer endgültigen Entwicklung zu unterstützen. Die Injektion wird zur genau festgelegten Uhrzeit subkutan verabreicht, in der Regel etwa 34-37 Stunden vor der geplanten Punktion.

 

 

WICHTIG! Bei der In-vitro-Stimulation sollte die Eizellenentnahme vor dem natürlichen Eisprung (Ovulation) erfolgen. Daher ist der Zeitpunkt der Verabreichug der letzten Injektion genau einzuhalten (30 Minuten sind nicht fatal, aber anderthalb Stunden – ja). In der Regel geschieht dies genau 36 Stunden vor der Punktion. Unabhängig vom Termin können Sie stets mit einer Hebamme oder einer Krankenschwester im Krankenhaus rechnen, die Ihnen bei diesem letzten Schritt vor der Punktion behilflich ist.

Ab diesem Zeitpunkt werden die Stimulationsmedikamente abgesetzt.

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